Guter Rat vom Plastik-Hündchen

Kürzlich wurde mir bei einem Seminar auf Sylt geraten, alles spielerischer anzugehen. Das habe ich mir zu Herzen genommen. Und damit auch am Computer die Worte spielerisch fließen, habe ich zur Erinnerung ein pinkfarbenes Plastik-Hündchen, das ich am Strand entdeckt hatte, mit nach Hause genommen und in die Zimmerpalme direkt neben den Bildschirm gesetzt. Da guckt es mich nun von morgens bis abends etwas ratlos an, und ich gucke ebenso ratlos zurück, denn ich frage mich: Wie geht spielerisch einkaufen, spazieren gehen, mit Nachbarn reden, Auto fahren, telefonieren? Ihr seht, ich nehme die Sache ernst und bin damit schon in die Falle getappt.

Aber manch anderer hat in diesen Tagen viel Erfolg mit Spielerisch-Leichtem. Der Karnevalswagenbauer Jacques Tilly wird in Düsseldorf umjubelt, weil er spielerisch und leicht vor nichts zurückschreckt: Die Kirche und ihre Missbrauchsaffäre wird ebenso ins närrische Licht gesetzt wie die Thüringen-Wahl und Klimakiller Bolsonaro. Seine Mottowagen verbreiten Kritik an politischen Machenschaften – ganz spielerisch und leicht. Und jeder versteht das.

So gut beherrscht Tilly sein Geschäft, dass ihn manch einer nicht nur an Karnevalstagen sehen möchte. Für eine Teilnehmerin des Rosenmontagszugs war die Sache ganz klar: „Wenn der Tilly ein Politiker wäre, würde ich ihn wählen“, erklärte sie einem Radioreporter.

Nun gut, vielleicht überlegt er es sich. Zu wünschen wäre es. Es fehlen uns wirklich ein paar gute Narren im Kabinett. Martin Sonneborn arbeitet sich schon im Europaparlament ab. Und er kann ja nicht alles machen.

 

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