Die Vögel zwitschern Mozart  

Es gibt Gebäude, die haben Magie: Das Kraftwerk in Heimbach ist 1905 entstanden, zu einer Zeit, als die Elektrizität als Wunder gefeiert wurde. Noch heute sind die Turbinen gewienert, das Messing glänzt, die Wandlampen erstrahlen. Jugendstil adelt die Räume und über das geschwungene Dach recken sich Türme, die an den Zauber des Orients erinnern.
Im Sommer schweigen die Turbinen für einige Tage, dann erklingt zum Beispiel die „Elegie Nr. 1“ von Franz Liszt für Violoncello und Klavier, denn das Kammermusikfestival „Spannungen“ verwandelt das Kraftwerk in einen der schönsten Konzertsäle der Welt. Die Zuhörer lauschen Weltklassekünstlern wie der Geigerin Isabelle Faust oder dem Pianisten Lars Vogt, der die Festival-Idee hatte. Und draußen zwitschern die Vögel mit Mozarts Klarinettenkonzert um die Wette.
Jetzt im September ist es still am See. Die Turbinen stampfen ihren Takt, es nieselt, das Kraftwerk versteckt sich hinter Büschen. Und nur selten kommt ein Spaziergänger vorbei, der sich noch daran erinnert, dass es eine Zeit gab, in der die Technik mit Palästen geehrt wurde – in tiefer Bewunderung.

Das ist das ganze Dilemma

Schon gut, jeder hat diesen Ton im Ohr, aus früher Kindheit, quälend schräg und fremdbestimmt: Die Blockflöte hat keinen guten Ruf, seitdem die Kinder sich an das Holzstück klammern müssen, ob sie nun wollen oder nicht. Meistens wollen sie eben nicht. Das ist das ganze Dilemma.
Doch eigentlich hat das Instrument einen Urklang. Seit es Menschen gibt, flöten sie auf Holzstücken, und seit Musik notiert wurde, gibt es Kompositionen für die Blockflöte.
Dass sie wunderbar klingt, vor allem, wenn sie in all ihren Gattungen auftritt – von der Sopran- bis zur Bassflöte – beweist das „Consortium Piae“.
Am Sonntag, 23. August 2015, 17 Uhr, ist es wieder so weit: Unter dem Motto „In dir ist Freude“ spielt das Ensemble in der Heimbacher St.-Clemens-Kirche festliche Musik aus Renaissance und Frühbarock – einer Zeit, die erstmals die Mehrstimmigkeit entdeckte, und damit neue Formen der Instrumentalmusik fand.
Neben den Ton angebenden Blockflöten erklingen Cello, Orgel und Gitarren, um jenen unverwechselbaren Klang zu erzielen, der jenseits des Lärms unserer Zeit zur Meditation einlädt.

Erde, du hast ein Problem

Foto: Michelle Fraikin

Mit diesem Bild haben die Jelshaa vor einigen Monaten zum ersten Mal Kontakt mit mir aufgenommen. Ich wusste damals nicht, dass ich Sirixx vor mir sah, eine Außerirdische vom Planeten Sorkulum.
Lange habe ich das blaugrüne, lange Haar betrachtet, den pinkfarbenen Zopf, die zarte Haut. Vor allem aber hat mich dieser  selbstbewusste, fast provozierend genaue Blick überrascht, diese Beobachtung.
Es war mir, als prüfe das Mädchen meine Gesinnung. Als wolle Strixx wissen: Bist du authentisch? Kann ich mit dir reden? Verstehst du mich? Willst du meine Botschaft hören? Ich ahnte, dieses Foto will mir etwas sagen.
Heute weiß ich mehr über das Mädchen: Es lebt auf dem Planeten Sorkulum, 550 Lichtjahre von der Erde entfernt, im Sternbild Cassiopeia. Als ihre Heimaterde zerstört wurde, gelang ihr mit anderen der Sprung in ein  Paralleluniversium von anrührender Schönheit. Seitdem prägen Werte wie Harmonie und Toleranz das Leben der Jelshaa. Voller Sorge blicken sie auf die Welt, wo ungezügeltes  Machtstreben das Leben der Völker zu zerstören droht.
„Jelshaa: Erde, du hast ein Problem“ heißt eine Ausstellung in Heimbach, die Sirixx und ihr Volk ins Blickfeld rückt, und ein Schlaglicht wirft auf die außerirdische Sichtweise der Fotografin Michelle Fraikin.
Die anrührenden Porträtaufnahmen der jungen Künstlerin regen zum Nachdenken an über eine Welt, die aus den Fugen zu geraten scheint, und außerirdische Hilfe benötigt, um Frieden und Glück zu finden.
Gefördert wird die Ausstellung durch die  Heimbacher Künstlerinitiative „Augenweide“.

 

 

 

Tanz mit dem Licht

Dunkel ist’s. Burg Hengebach reckt das Gemäuer in einen schwarzen Himmel. Menschenleer die Straßen, von Ferne kläfft leise ein Hund. Benetzt vom Nieselregen, schimmert der Asphalt.
Da: Im düsteren Rund flimmert Licht. Schatten huschen vorbei. Gewusel hinter weißem Tuch : Ein Hirsch, eine Leiter, ein Stuhl, ein Mann, eine Flasche Bier, eine Frau, ein Besen: Illusion oder Realität?
Egal: Ein Genuss ist dieser Tanz mit dem Licht. Ein Sprung aus dem Alltag.
Dank an Peer, der uns ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Kurz vor Weihnachten, ein paar Minuten lang.    

Magische Momente

Haben wir verlernt zu genießen? Können wir noch ganz im Moment aufgehen? Wer danach fragt, scheint diese Fähigkeit schon verloren zu haben und sich dem kühlen Effizienzdenken zu beugen, das den Alltag bestimmt. Und doch gibt es sie noch die magischen Momente, wenn wider Erwarten die Sonne eine Wiese in ihr sanftes Abendlicht taucht und in saumseliger Zweisamkeit das Leben gefeiert wird – in diesem Fall bei einem Picknickkonzert mit dem Aachener Salonorchester „Achso!“ im Kurpark von Heimbach.