Das Geheimnis der Rauhnächte

Heute ist der kürzeste Tag des Jahres, und die erste Rauhnacht liegt hinter uns. Geheimnisvoll ist diese Zeit für den, der sich mit Orakeln beschäftigt.
Die Tage und Nächte bis zum 6. Januar laden ein, inne zu halten. „Zwischen den Jahren“ fühlen sich viele und tatsächlich ist die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr oft von einer merkwürdigen Leere erfüllt, die nicht passen will zur Hektik der Vorweihnachtszeit.
Fragen kommen auf: Kann ich noch Pausen ertragen? Genieße ich die Stille? Bin ich bereit für Neues? Kann ich das Alte ablegen? Freue ich mich auf das, was kommt?

Möge das Licht leuchten – für die richtigen Antworten.

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Unendlich ziellos

Gerade bin ich ziellos im Netz herum geschweift, da entdecke ich eine Perle: „The book of Life“.  Und was ist der Text des Tages, verziert mit schönsten Fotos? Der Ratschlag, öfter mal aus dem Fenster zu schauen, ziellos wohlgemerkt. Also, nicht, um den Spatz auf dem Baum zu entdecken. Nein, ich soll einfach den Blick im Nirgendwo verschwinden lassen, ganz ohne Absicht. Das nämlich im Verbund mit süßem Nichtstun, so versichern die Autoren, öffnet den Blick auf innere Welten.
Der Ratschlag erinnert mich an eine kleine Reise nach Hiddensee. Seit ich in Jugendtagen von dem Eiland in der Ostsee erfuhr und hörte, dass es die Schwärmer, die Künstler und die Einsamkeit Suchenden genau dorthin zieht, wollte ich es sehen, das Schöne. Endlich ging mein Traum in Erfüllung. Doch leider. Der Tag war neblig grau, die Sicht reichte nicht weiter, als bis zur nächsten Baumreihe, vom Strandgras tropfte die Nässe.
Und doch: Merkwürdig wohlig war mir. Diese Stille, unterstrichen vom Getrappel einer Pferdekutsche, das ich schon wahrnahm, als die braven Tiere noch Kilometer weit entfernt waren. Diese Melancholie in jeder Perspektive. Dieses Gefühl, ganz und gar aus der Welt gefallen zu sein. Nirgendwo sonst habe ich es so intensiv gespürt.
Und dann stand ich oben auf dem Deich und schaute weit übers graue Meer wie durch ein Fenster ins Nichts. Ins weite Nichts.
Das habe ich fotografiert.
Und jetzt sehe ich, dass mir das Bild ein Zeichen gibt: Ja, ich habe wieder einen Traum abgehakt.

 

Über Wolken gehn

„Einfach wieder schlendern, über Wolken gehen…“

Heute Abend ist mir nach Konstantin Wecker. Langsam, langsam. Hören. Schweigen.

„Mit den Wiesen schnuppern, mit den Winden drehn…“

Kein Plan. Nirgends.

„Und die Stille senkt sich leicht in dein Gemüt…“  

Der Augustregen – ein Geschenk im Nirgendwo.

„Muss man sich denn stets verrenken, um sich selber abzulenken…“

Ach, kommt, hört einfach und schaut… Dieser  letzte  Abend im August.