Waldgeflüster

An diesem Wochenende geht eine Ausstellung über Schneewittchen im Park von Burg Gladbach zu Ende. Künstler und Autoren waren aufgefordert, die Botschaft  zu erkennen, die sich zwischen den Zeilen des alten Märchens verbirgt. Schneewittchen durchläuft – psychologisch betrachtet – Phasen der Selbstfindung, um sich letztendlich von allen Äußerlichkeiten und Fesseln zu befreien und in der allumfassenden Liebe Erfüllung zu finden.

Auch ich durfte als Autorin an der Ausstellung teilnehmen. Mein Schneewittchen  ist eine Bloggerin, die sich vor dem Bildschirm verliert und mühevoll nach neuen Wegen sucht.  Zwei Wochen lang schwebte meine Geschichte auf einer weißen Fahne im Park. Manchmal war das Licht-und-Schatten-Spiel so intensiv, dass Lesen unmöglich war, manchmal wehte der Wind die Stoffbahn unruhig hin und her, manchmal prasselte Regen auf die Buchstaben.

Kein idealer Platz für einen Text. Und doch hat es mir gefallen, dass einige meiner Gedanken zwei Wochen lang das Geheimnis des Parks teilen durften.  Danke dafür, Caroline.

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Abschied

Noch spüre ich die Hitze, streichelt mich der Meereswind, noch sehe ich die Frauen in ihren gelb-leuchtenden Bikinis, ein Eis schleckend, über die Strandpromenade staksen. Noch leuchtet für mich das Abendlicht, tunkt den Strand in Märchenglanz und verspricht die Stille der Nacht. Noch höre ich das Schwatzen und Lachen in den Cafes. Merkwürdig, diese Stunden zwischen dort und hier. Traumverloren bin ich immer noch am Meer.

Wer sagte, dass wir zu schnell reisen, der Seele keine Zeit lassen nachzukommen – auf die satten Eifelfelder, die kurz vor der Ernte stehen, hier im Abendlicht?