„Wenn“ gibt es nicht

„Ich will Segel setzen! Den Spinnaker hissen. Den Anker lichten. Ich will das Ruder halten. Ich will aus dem Hafen auslaufen. Ich will das Land nicht mehr sehen. Ich will ein Segelboot.“ So beschreibt Joachim Meyerhoff in seinem Roman „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ die Sehnsucht seines Vaters nach einem Boot. Und so ähnlich muss es vielen Yachtbesitzern ergehen, die ich in Porto Cristo elegant vorbeischippern sehe.  

Da muss ein Traum sein, dieses Boot im Hafen zu sehen, allen Kosten und Mühen zum Trotz. Eine Yacht muss her, ein Liegeplatz wird gesucht, ein Bordleben zelebriert, das Weite gesucht.

Allen davon segelt in Porto Cristo Rafael Nadal, der Tennisstar. Gefühlt 14 Liegeplätze benötigt seine schwarze Yacht (Foto oben), elegant erscheint das Entree, und wenn der Kahn majestätisch durch den Hafen zieht, geht ein Raunen über den Strand. Da fährt er. Groß ist alles an ihm. Seine Leistung, sein Ruhm, seine Villa über dem Meer, seine Yacht.

Wer ihn einfach mal reden lässt, entdeckt, dass dahinter ein klarer Geist steckt, der keine Kompromisse kennt. „If, if, if… doesn’t exist. – Wenn, wenn, wenn gibt es nicht“, belehrt er seine Follower. Alles Spekulieren ist Unsinn. Nur harte Fakten zählen. Am besten ein Sieg.

„Ich habe in meiner Karriere gelernt, das Leiden zu genießen… Ohne Leiden gibt es kein Glück“, ist ebenso nachdenkenswert wie der Satz „Niederlagen sind nicht mein Feind. Die Angst vor Niederlagen ist mein Feind.“

Womit wir wieder bei Joachim Meyerhoffs Vater wären. An Bord hat er nur Niederlagen erlebt: Er rasselte durch die Segelprüfung und geriet sogar bei Flaute in Seenot. Danach wollte er keine Yacht mehr sehen.

So etwas ist Rafael Nadal wahrscheinlich nie passiert. Aber auch er hat offensichtlich eine Seite, die nichts mit Ruhm, Ehre und Ehrgeiz zu tun hat: „Die Art und Weise, wie ich in Erinnerung bleiben will ist als eine gute Person aus einem kleinen Dorf auf Mallorca.“

Das ist Bescheidenheit. Ganz ohne Siegeswillen. Und das wünschen sich vielleicht viele, indem sie das Wörtchen Mallorca einfach weglassen.

(Nadal-Zitate aus dem Internet.)

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