Auf dem Liegestuhl liegen und das Meer betrachten, kann jeder. Was dieser Mann macht, ist einzigartig. Morgens um acht geht er gebückt und suchend über den Strand, eine kleine Zange in der rechten, eine Plastikflasche in der linken Hand, und piekt Zigarettenstummel auf.
Eigentlich ist das Rauchen verboten, doch darum kümmert er sich nicht. Er beseitigt die Reste, bedächtig, langsam, sorgsam. Sogar in Mauerritzen sucht er nach dem Dreck, jeden Meter nimmt er genau in Augenschein. Am Ende hat er eine ganze Flasche voll. „Cada dia“, sagt er und hebt sie in die Höhe. – So ist das jeden Tag.
So unprofessionell seine Arbeit erscheint, so simpel und einfach, ist es unvorstellbar, dass er dafür bezahlt wird. Er scheint zufrieden zu sein mit seinem Tun.
„Arbeit kann sehr unauffällig sein. Einerseits gibt es ruhmreiche Tätigkeiten, um die einen die Menschen beneiden, andererseits gibt es Arbeit, die bescheiden und unauffällig ist“, schreibt Shunmyo Masuno in seinem Buch „Zen your Life“.
Mein Held am Strand von Porto Cristo erledigt dies. Dafür bewundere ich ihn und merke mir zwei weitere Sätze von Masuno: „Das, wofür man sich in der Gegenwart einsetzt, ist niemals umsonst. Sei zufrieden mit dem Jetzt.“
Lass uns starten in einen schönen Tag.
