Auf den Hintern setzen

Wo beginnt Inspiration, und wie kann sie gefördert werden? Viele haben sich schon den Kopf darüber zerbrochen. In seinem neuen Roman „Der letzte Satz“ beschreibt Robert Seethaler die Qualen des Komponisten Gustav Mahler bei der Arbeit. Die Worte sind ebenso tröstlich wie verblüffend:

„Er dachte an die Arbeit. Er war auf einem guten Weg mit der Neunten, aber auch nicht mehr. Alles war immer nur auf dem Weg. Vor allem er selbst. Arbeiten hieß Überarbeiten. Oft hatte er seine Stücke, kaum fertiggestellt, wieder verworfen, gestrichen, zerrissen, nur um gleich wieder von vorne anzufangen. Der Schöpfergeist, von dem an der Oper und in den Wiener Künstlerkreisen andauernd die Rede war, stellte sich meistens bloß als Einflüsterer falscher Vorstellungen und irriger Ideen heraus. Er verließ sich lieber auf sein Gehör und noch mehr auf seinen Fleiß. Man musste den Dingen zuhören und sich dann auf seinen Hintern setzen und arbeiten, das war das ganze Geheimnis.“

Foto von Ylanite Koppens von Pexels

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