Ein Moment ohne Ort.

Und wo ist das Leben, hier oder in der Erinnerung?

Disputnik

Jemand sagte ihr einst, ein Moment erhalte seine Form erst im Rückblick, im Erinnern. In der Gegenwart, also in ihm selbst, lasse sich der Moment gar nicht erfassen und greifen. Somit, denkt sie sich, müsste jedes Bild, das man von einem Moment hat, erst nach diesem Moment entstanden sein. Was bedeuten würde, dass es gar nicht sonderlich wichtig ist, was tatsächlich passiert. Entscheidend ist, wie man sich daran erinnert.

Sie geht zurück zu einem Ort, an welchem sie vor Jahren war, zurück in eine Welt, die längst unter dem Geröll der Zeit begraben liegt. Sie weiß, wie sie sich an den Ort erinnert, denn sie sieht ihn jeden Tag, immer wieder. Kein anderer Platz ist so deutlich ausgeformt, so klar und detailliert gezeichnet. Das Gedächtnis ist ein eifriger Maler, und die Pinselstriche gruben sich tief und tiefer in ihren Kopf, bis sie das Bild und den Ort beinahe spüren konnte.

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