Häme und Schadenfreude

Skulptur von Marti Faber auf dem Gelände der Landesgartenschau in Zülpich.

Heute ist mir nach ein paar Zeilen. Als alte Journalistin ist es für mich unübersehbar, dass uns der Zeitgeist wegbügelt – einfach so. Und das Bemerkenswerteste: Ich sehe niemanden trauern. Was ich meine? Die Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern, kurz IVW, hat gerade die neuesten Zahlen veröffentlicht. Danach rauscht die Auflage der Printmedien weiter ungebremst in den Keller. Spiegel, Stern, selbst Super-Illu büßen Auflage ein. Bei den Magazinen kann nur „Closer“ (ausgerechnet) ein kleines Plus verzeichnen.

Und auch die taz ist frustriert, denn in ihrem Internet-Portal sieht es nicht besser aus. Die Bezahlinhalte „flattr“ wurden wenig gefragt. Und wenn, dann zählte Häme mehr als gute Recherche. Im Klartext:  “Unsere Leser klicken auf den Flattr-Button, wenn es im Artikel gegen die Lieblingsfeinde geht. Und je deftiger wir austeilen, desto klicker. Das erkennt man in seiner reinsten Klarheit bei Platz 1, wo es unsere Leser offenbar sehr freut, dass es mal einer den Urheberrechts-Verantwortlichen bei der SPD so richtig zeigt. Aber auch Artikel gegen den deutschen Volksmob, gegen die AfD und natürlich gegen Uli Hoeneß kommen gut an. Auf taz.de ist Flattr kein Button, mit dem unsere Leser den besten Journalismus unterstützen, sondern es ist ein Button für Häme und Schadenfreude.”

Interessant, oder?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s