Das ist das ganze Dilemma

Schon gut, jeder hat diesen Ton im Ohr, aus früher Kindheit, quälend schräg und fremdbestimmt: Die Blockflöte hat keinen guten Ruf, seitdem die Kinder sich an das Holzstück klammern müssen, ob sie nun wollen oder nicht. Meistens wollen sie eben nicht. Das ist das ganze Dilemma.
Doch eigentlich hat das Instrument einen Urklang. Seit es Menschen gibt, flöten sie auf Holzstücken, und seit Musik notiert wurde, gibt es Kompositionen für die Blockflöte.
Dass sie wunderbar klingt, vor allem, wenn sie in all ihren Gattungen auftritt – von der Sopran- bis zur Bassflöte – beweist das „Consortium Piae“.
Am Sonntag, 23. August 2015, 17 Uhr, ist es wieder so weit: Unter dem Motto „In dir ist Freude“ spielt das Ensemble in der Heimbacher St.-Clemens-Kirche festliche Musik aus Renaissance und Frühbarock – einer Zeit, die erstmals die Mehrstimmigkeit entdeckte, und damit neue Formen der Instrumentalmusik fand.
Neben den Ton angebenden Blockflöten erklingen Cello, Orgel und Gitarren, um jenen unverwechselbaren Klang zu erzielen, der jenseits des Lärms unserer Zeit zur Meditation einlädt.

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Eine sinnlos gute Zeit

Schauen wir uns an – in einer ruhigen Minute.  Auge in Auge.  Aufrecht  und ehrlich. Was treibt uns an,  was ängstigt  uns?  Wie wollen wir leben? Der Wiener Philosoph Robert  Pfaller hat darauf eine ernüchternde Antwort: Er meint, unsere Spaßgesellschaft  leide an Genuss- und Erlebnisarmut: Wir trinken Bier ohne Alkohol, Kaffee ohne Koffein.  Das Grenzwertige, das jedem Genuss anhängt, ängstigt.
Wir schauen uns an und reden über Gesundheit und langes Leben. Ein wenig traurig vielleicht, denn irgendetwas fehlt, etwas Tollkühnes, Lustvolles, etwas Ungesundes, das aber satt macht – im wahrsten Sinne des Wortes, und das Zeit verschwendet – ohne einen Gedanken an den Zweck.

Wir schauen uns an. Und lächeln vielleicht. Ja. Die Suche danach wäre gut – sinnlos gut.