Alles ein bisschen viel für mich

Mir ist heute danach: Ein Einsprengsel aus meinem neuen Romanfragment.

Prangenstädt dachte an die Gurus der neuen Zeit: Joe Dispenza und Kurt Tepperwein. Ihr Mantra waren drei Worte: Alles ist Energie. Jede Schöpfung beginnt mit einem Gedanken. Durch die Vorstellungskraft erschaffen wir unsere Welt. Je mehr wir über unsere Wünsche nachdenken und uns vorstellen, sie zu realisieren, desto mehr beginnt das Gehirn, Bilder zu erarbeiten, die in eine bessere Zukunft führen können.

Was sagt der Trommler dazu? Prangenstädt musste zugeben, dass er gerade sehr harmonisch gestimmt war. Sein Erfinder, der amerikanische Philosoph Henry David Thoreau, hatte schon vor 170 Jahren in einer einsamen Waldhütte erkannt, dass die Welt nicht im außen, sondern im Inneren lebendig wird. Mit dem Buch „Walden – ein Leben mit der Natur“ schrieb er die Bibel für seine Bewegung. Doch hatte es etwas gebracht?

Prangenstädt fühlte sich unendlich traurig, und er merkte, dass er im Begriff stand zu weinen: So viel Sehnsucht, so viel Hoffnung auf eine bessere Welt. So viele Menschen, die noch immer warteten und glaubten. Nicht mal ein Schnaps konnte ihm jetzt von besseren Zeiten erzählen.  

»Lass mich mal allein, Junge«, sagte Prangenstädt heiser. »Ich brauch Ruhe. Ist alles ein bisschen viel für mich.«

(Foto: Prexels)

3 Gedanken zu “Alles ein bisschen viel für mich

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